Zeitgleich zu den Vorbereitungen zur Vereinigung unserer Gemeinden Borna, Glösa und Ebersdorf läuft seit ca. zwei Jahren noch ein anderer, größerer Prozess, welcher unsere Gemeinden ebenso betrifft und in der die Vereinigung der drei Gemeinden ein wichtiger Schritt ist. Es geht um die Strukturreform der Ev.-Luth. Kirche in Sachsen, die alle Gemeinden unseres Bundeslandes betrifft. Die Landeskirche reagiert mit dieser Reform auf die gegenwärtige demografische Entwicklung in unserer Kirche. Sie sucht damit einen Weg, die Mitarbeiter im Verkündigungsdienst vernünftig auszulasten, ihnen tragbare Verträge zu bieten, die anfallenden Aufgaben, Verwaltung, Kosten usw. besser zu koordinieren und zu bündeln.

(Wir hatten darüber z. B. in den Gemeindeversammlungen berichtet.)

Ziel ist die Schaffung von „Regionen“ mit Gemeinde-Mitgliederzahlen zwischen 4.000 und 5.000 Personen. Die folgenden 8 evangelisch-lutherischen Gemeinden im „Chemnitzer Nord-Osten“ haben beschlossen, in einer Region zusammenzuarbeiten und dazu ein Schwesterkirchverhältnis zu bilden:

  • St.-Ursula-Kirchgemeinde Auerswalde,
  • Gnadenkirchgemeinde Chemnitz-Borna,
  • Kirchgemeinde Burgstädt,
  • Stiftskirchgemeinde Chemnitz-Ebersdorf,
  • St.-Jodokus-Kirchgemeinde Chemnitz-Glösa,
  • Kirchgemeinde Hartmannsdorf,
  • Kirchgemeinde Mühlau und
  • Kirchgemeinde Wittgensdorf.

Der Vertragsentwurf wurde durch alle Kirchenvorstände unterschrieben und Anfang Juli diesen Jahres der Landeskirche zur Genehmigung vorgelegt.

Der Zusammenschluss zum Schwesterkirchverhältnis bietet das höchste Maß an Eigenständigkeit der einzelnen Gemeinden sowie einen vernünftigen Rahmen für eine wachsende Zusammenarbeit.

Die Kirche vor Ort muss und wird bleiben, große Aufgaben werden wir jedoch gemeinsam mit der Region stemmen und unser Blickwinkel wird über unsere Gemeinden hinauswachsen.
Mit dieser Zusammenarbeit beginnen wir schon in diesem Jahr: das Seminar „Beschenkt mit den Gaben des Heiligen Geistes“
vom 26. bis 28.11. wirdin drei verschiedenen Gemeinden unserer Region stattfinden.

Auch die Gemeinden Mühlau und Hartmannsdorf werden sich vereinigen, damit sind es zum 01.01.2020 noch 5 „Schwestern“.

So bleibt unsere Region unter der „Obergrenze“ von maximal 6 Schwestern, die die Landeskirche vorgegeben hat.

Die Größe der Veränderung mag erschrecken. Zu Beginn des Gesprächs- und Verhandlungsprozesses ging es allen beteiligten Vertretern der Kirchenvorstände ebenso. Mittlerweile haben wir uns besser kennengelernt und sehen, dass trotz unterschiedlicher Voraussetzungen unsere Richtung die gleiche ist. Der Vertragsentwurf will einer großen Eigenständigkeit der Gemeinden Rechnung tragen. Aber wir kommen in Zukunft nicht umhin, enger zusammenzurücken, gemeinsam mit der Region Aufgaben zu lösen, unsere Kirchen zu erhalten, unsere Gemeinden attraktiver zu gestalten für jüngere Menschen und Außenstehende. Allein schaffen dies die Gemeinden nicht mehr. Unsere Gesellschaft braucht jeden einzelnen von uns Christen sowie funktionierende Kirchgemeinden.

Der angedachte Weg eröffnet eine gute Perspektive, mit der Hilfe unseres Herren Jesus Christus und dem Beitrag eines jeden von uns (egal wie klein er sein mag), die Aufgaben zu bewältigen.

Unser großer Reformator Martin Luther musste in seiner Zeit neben seiner großen theologischen Leistung auch mit seinen Gemeinden enorme organisatorische Leistungen erbringen und wir werden dies auch schaffen.

Thomas Fiedler/Ingrid Kutsche