„Der HERR segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein
Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.“

4.Mose 6, 24-26

Liebe Gemeinde!
Zum Ende meiner Dienstzeit in Chemnitz Borna möchte ich Sie mit
diesem Segenswort grüßen. Es ist der priesterliche Segen am Ende
des Gottesdienstes seit Moses Zeiten. Als Christen verstehen wir ihn
als den Segen des Dreieinigen Gottes.

„Der HERR segne dich und behüte dich“: Hier wird der Segen als ein
„Behüten“ zugesprochen, als ein Bewahren vor aller äußeren und
inneren Gefahr. Das ist das Werk Gottes, des Vaters, des Schöpfers,
der seinen Engeln befohlen hat, dass sie dich behüten auf allen
deinen Wegen.“ (Psalm 91, 11). Das gilt auch in schweren Zeiten, da,
wo wir zunächst Wege nicht verstehen. Doch mehr noch: „Der
Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig“. Da
denke ich nun an Jesus Christus, Gottes Sohn. Wenn wir ihn
ansehen, dann blickt uns die Liebe Gottes, des Erlösers an. Alles,
was wir vor Gott und aneinander verschuldet haben, ist von ihm ans
Kreuz getragen und wird vergeben.
Und dann „hebt der HERR sein Angesicht auf dich und gibt dir
Frieden“. Er will seinen Blick auf uns ruhen lassen. Er will uns
zugewandt bleiben, und das geschieht durch den Heiligen Geist. Sein
Blick wärmt uns, lässt uns wachsen und Frucht bringen. Und er gibt
uns „Frieden“. Frieden im umfassenden Sinn des hebräischen Wortes
„Schalom“.
Das alles liegt in diesem Segen beschlossen: Gottes Bewahrung,
Gottes Gnade, Gottes bleibender Friede.

Im Rückblick auf die vergangenen 17einhalb Jahre in Chemnitz-Borna
kann ich mit großer Dankbarkeit sagen: Es war eine reich gefüllte und
gute Zeit unter diesem Segen Gottes. Er hat Bewahrung geschenkt.
Er hat manches wachsen und reifen lassen, innerlich und äußerlich, in
der Gemeinschaft miteinander. Seiner Gnade sei anbefohlen, wo ich
versagt habe, Dinge versäumt habe und schuldig geworden bin. Sein
Frieden walte über uns.

Wenn sich unsere Wege nun trennen, so bleiben wir doch in Ihm
verbunden. Er, unser Gott, hat den Überblick. Er hält die Zukunft in
seiner Hand, sowohl die Zukunft der Gnaden-kirchgemeinde und der
Polizeiseelsorge, als auch unsere persönliche Zukunft. Sein Segen
geht mit uns.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Christian Bilz