Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes,

jetzt ist es wieder so weit, draußen wird es zeitig dunkel. Die Arbeiten im Garten oder am Haus sind erledigt. Für manch einen der willkommene Wechsel in den Keller, auf den Boden oder ins nicht mehr benutzte Kinderzimmer, wo die langersehnten Schätze lauern. Sie ahnen vielleicht, von was ich rede. Ja, die Modelleisenbahn. Für mich ein wunderschönes Hobby, seit meinen Kindheitstagen. Hier kann man seine Träume der Nachbildung von Eisenbahnstrecken mit einer wirklichkeitsnahen Landschaftsgestaltung verwirklichen. Oft ist die Freude beim Planen und Vorbereiten größer als dann die Umsetzung der Ideen. Wo nehme ich die Ideen für meine Gestaltung her? Literatur gibt es in Hülle und Fülle, aber am besten ist das Original, also die große Bahn, dafür geeignet. Auf manchen Anlagen ist das Modell fast nicht vom Original zu unterscheiden; staunend stehe ich davor.

In der Wendezeit las ich in einer Modellbahnzeitschrift die Anzeige vom „christlichen modellbahn team“. Was soll denn an der Modelleisenbahn „christlich“ sein, waren meine Gedanken. Ich hakte nach und war überrascht. Christen, die den verschiedensten Gemeinden in Deutschland angehören, möchten über ihr Hobby auf den lebendigen Gott hinweisen. Wie soll das gehen? Erstens sagte Jesus seinen Jüngern: „Gehet hin, geht zu den Menschen und erzählt ihnen, dass der Lebenszug ohne Gott in die falsche Richtung fährt“. Und zweitens gibt es viele Parallelen unseres Lebens zur Bahn. Nun bin ich über 25 Jahre beim cmt e. V. dabei und erlebe auf Ausstellungen manches gute Gespräch. Ob die Bahnsignale (Gebote), ohne die ein ordentlicher Bahnverkehr gar nicht möglich wäre, auch für mein, unser Leben Beachtung finden könnten? Gibt es Möglichkeiten zum Umsteigen, wenn mein Lebenszug in die falsche Richtung fährt? Vielleicht haben Sie keine Modelleisenbahn, oder nicht mehr. Aber die Frage, wo meine Lebensfahrt hingeht, bleibt bestehen.

Ich wünsche Ihnen für die kommende Advents- und Weihnachtszeit ein wenig Besinnung auf das Kind in der Krippe, den Mann (Jesus), der für unsere Lebensfahrt der kompetente „Zugbegleiter“ ist.

Frank Otto, Gemeinschaftsleiter Ebersdorf